Nick Röllin


Betonmännchen H.P Muster wird dekorativ umgarnt


Hoch oben auf schlanken Betonstelen sind sie platziert, die multiplizierten Figürchen namens H.P. Muster. Der Berner Bildhauer Nick Röllin hat sie erfunden und exemplarisch in Szene gesetzt:
„H.P. Muster investiert in China“. „H.P. Muster verdient schnell eine Million“. Dabei sitzt der Investor friedlich und faul in seinem Ledersessel - aus Beton.

Röllin lebt in der wirklichen Welt und beobachtet, wie die Menschen untereinander agieren. Die aufblitzenden Assoziationen visualisiert er in seinen Skulpturen, wobei er der satirischen Überzeichnung nicht abgeneigt ist. So ist sein H.P. Muster kein Adonis.
Die üppig ausgeformte, barocke Gestalt scheint aus einem Comic entlaufen und unterwegs in die Betonwanne des Künstlers geraten zu sein.

Der Beton ist allgegenwärtig in seinem Werk. Ein ökonomisches Material sei es, einfach zu beschaffen und zu verarbeiten, sagt Röllin. Beton berge keine Geheimnisse, sei roh, hart und kalt anzufühlen und anzuschauen. Es ist der adäquate Werkstoff, um Banalitäten des Alltags zu inszenieren und soziale oder ökonomische Schlaglichter zu setzen.

  

 

  

 

  

Brigitta Eberling  

  

Freude am Experiment Schon in der Kindheit malte und zeichnete Brigitta Eberling mit Begeisterung. Später erlernte sie den Beruf der Dekorationsgestalterin, war als Schriftenmalerin und Airbrush-Designerin tätig.
Für Ausstellungen an der Zürcher Bahnhofstrasse bemalte sie Löwen und Kühe. Anfänglich widmete sich die Künstlerin der figürlichen Malerei. Inspiriert durch die Natur und die Musik fand sie schliesslich den Weg in die Abstraktion. Wenn Eberling an einem Bild arbeitet, probiert sie verschiedene Techniken aus. Sie legt Blattgold in die Farbe, streut Sand und kratzt ein Zuviel an Material weg. Manchmal duscht sie das entstehende Werk um herauszufinden, was übrigbleibt. Ein andermal legt sie unzählige Schichten, bis sich „etwas daraus ergibt“, wie sie erklärt.Das können Gesichter sein, die plötzlich und ohne Absicht der Malerin aus den Farbflächen gucken. Je nach Blickwinkel ergeben sich frontale Ansichten oder solche im Profil. „Gestrandet“ ist der Titel eines Werks, das ein Meer suggeriert, an dessen Ufer ein grosses, schwarzes Gebilde auf die Betrachterin zu kippen scheint. Ist es ein Fels in der Brandung oder ein gestrandeter Hochseedampfer, was da mit wilden Pinselstrichen evoziert wird? Die Antwort darauf darf offen bleiben. Brigitta Eberlings Bilder werden durch die Imagination der Betrachtenden zum Leben erweckt.